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500 Jahre Reformation in Slowenien: Eine wichtige Ausstellung in Kranj.

Blog von Peter Kamien (Mein Slowenien) | 4. Oktober 2017


Das Jahr 2017 ist dem 500. Jubiläum der Reformation gewidmet. Die Anfänge liegen auf deutschem Boden, wo im Jahre 1517 der Augustinermönch Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug und so seine Kritik an der damaligen Kirchenordnung zum Ausdruck brachte. Die Reformationsbewegung breitete sich rasant aus und erreichte schnell auch Slowenien.

 

Es gibt kein Ereigis, das wichtiger war für die Entwicklung der nationalen Identität Sloweniens und der Slowenischen Sprache. Die ersten in Slowenisch gedruckten Bücher entstanden im Sog der Reformation.

Die Stadtbibliothek Kranj hat dieser Tatsache eine Ausstellung gewidmet, die sich besonders mit den Slowenischen Autoren dieser Zeit beschäftigt. Vom 17.10 bis 30.10!

 

 

Die Schlüsselpersönlichkeit der slowenischen Reformation war Primož Trubar (dt. Primus Truber).

 

Heute leben in Slowenien um die 20.000 Protestanten. Die Vorkämpfer und Unterstützer des Protestantismus in Slowenien waren  die Begründer der slowenischen Schriftsprache. Die ersten gedruckten Bücher in slowenischer Sprache waren der Catechismus und das Abecedarium, geschrieben von dem protestantischen ReformerPrimož Trubar (1508–1586) im Jahr 1550 und gedruckt in Tübingen in Deutschland.

 

 

Trubar, der erste Superintendent der protestantischen Kirche in Slowenien, schrieb 25 bis 30 Bücher in slowenischer Sprache und gilt damit als Vater der slowenischen Literatur. 1565 musste er ins Exil nach Tübingen gehen. Er ist heute auf der Zwei-Euro-Münze des Landes abgebildet.

 

Hier ein kleiner Überblick über die wichtigen Autoren in diesem Zusammenhang:

 

 

Adam Bohorič (um 1520–1598), ein Schüler Philipp Melanchthons, erstellte eine slowenische Grammatik in lateinischer Sprache sowie lateinisch-deutsch-slowenische Wörterbücher für den Schulgebrauch an der protestantischen Ständeschule in Ljubljana.

 

Sein Schüler, der Theologe Jurij Dalmatin (um 1547–1589) übersetzte die Bibel ins Slowenische. Sie erschien im Jahr 1584.

 

Sebastijan Krelj, ebenfalls ein Theologe (1538–1567), identifizierte die lokalen Dialekte des Slowenischen und legte die diakritischen Zeichen der slowenischen Schriftsprache fest.

 

In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde Slowenisch den anderen europäischen Sprachen durch ein von Hieronymus Megiser zusammengestelltes mehrsprachiges Wörterbuch besser bekannt.

 

 

Wertvolle Exponate aus dieser Zeit sind in der Stadtbibliothek, der Mestna knjižnica Kranj zu sehen. Diese reiche Bibliothek ist immer einen Besuch wert, aber diese Ausstellung ist ein Muss für alle, die sich ein wenig für die Slowenische Identität und Kulturgeschichte interessieren.

 

us gegebenem Anlass hab ich mir mal Gedanken gemacht, was ein verregneter Urlaubstag in Kranj bieten kann und das ist eine Menge. ich war überrascht, als ich heute diese Tour gemacht habe. Folgen Sie mir einfach auf dem Muzejska Pot.