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Wie kommt das Mammut nach Kokrica?

 Blog von Peter Kamien (Mein Slowenien) | 17 2019


Vermutlich zu Fuß. Und zur ewigen Ruhe gebettet hat es sich vor 180.000 Jahren in einem Ziegelteich in der Nähe von Kranj.

 

Kranj ist die Hauptstatt der Oberkrain und liegt mitten in einer der schönsten und interessantesten Regionn Sloweniens. Der Frühling ist mit all seiner Pracht eingekehrt und damit ist es Zeit, an Urlaubsaktivitäten im Freien zu denken. Da ist man hier in Kranj genau richtig. Und um das Mammut kommt man da kaum herum:

 

Ein paar Kilometer von Kranj entfernt liegt der kleine Ort Kokrica und dort gibt es drei idyllische Ziegelteiche, die Bobovek-Teiche. Die entstanden vor ca. 100 Jahren, als man begann, dort für die in dieser Region so bekannte Keramikkunst und Töpferei, Ton abzubauen.

 

Und dabei kam so einiges zum Vorschein: Steinzeitliche Werkzeuge und vor allem Angelgerät, römische Waffen und ein Urnenfeld aus der Römerzeit. Und dann, im Jahr 1953 der Sensationsfund: Ein fast vollkommen erhaltenes Mammutskelett, 180.000 Jahre alt  – heute alles zu bewundern im Slowenischen Nationalmuseum in Ljubljana.

 

Die hübschen Teiche haben sich zu beachtenswerten Biothopen entwickelt. Die drei kleinen Seen wurden zum Zuhause von zahlreichen Pflanzenarten, Vögeln, Libellen, Fröschen und noch vielem mehr.

 

Deshalb ist das Gebiet als Naturreservat geschützt. Im Sommer laden die Teiche ein zu einem erfrischenden Bad, im Frühling und im Herbst dazu, zur Ruhe zu finden oder meditieren. Sie sind eine gute Stunde zu Fuß vom Zentrum Kranjs zu erreichen und einen Spaziergang wert.

 

Wer sich aber Zeit nehmen will für eine wirkliche Wanderung, dem sei der Mamut-Weg empfohlen. Kranj bietet eine Menge von Wandermöglichkeiten in seiner Umgebung an. Aber der Mammutweg ist sicher eine der interessantesten Wanderrouten.

 

Der 14 km lange Rundwanderweg beginnt im Dörfchen Kokrica, führt durch idyllische Orte zu der Siedlung Bobovek mit ihren Teichen und von dort aus beginnt ein Abschnitt, der diese Wanderung zu einem großen Erlebnis werden lässt:

 

Sie führt durch den Naturpark Udin Boršt, eine fast als Urwald zu bezeichnende Landschaft, sagenumwoben, geheimnisvoll. Er diente zum Beispiel den slowenischen Partisanen bei ihrem Widerstandskampf gegen die Besatzer im 2. Weltkrieg als sicherer Rückzugsort.

 

Heute gibt es hier ein gut beschildertes Netz von Rad- und Wanderwegen und einige großartige Naturlehrpfade.

 

Man verlässt den Udin Wald und stösst dort auf die Straße nach Kokrica, zurück zum Ausgangspunkt dieser empfehlenswerten Wanderung.